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Anne-Frank-Realschule – Schulhof wird grün, Lernen wird lebendig

Wie kann Schule auf die Klimakrise reagieren – ganz konkret, sichtbar und erlebbar? Die Anne-Frank-Realschule in Oberhausen hat eine Antwort gefunden: Sie verwandelt ihren Schulhof in einen grünen Lern- und Lebensraum. Was früher eine graue, versiegelte Fläche war, wird Schritt für Schritt zu einer kleinen Oase inmitten der Stadt.

Im Rahmen eines groß angelegten Begrünungs- und Entsiegelungsprojekts investiert die Stadt Oberhausen rund 350.000 Euro, um den Schulhof nachhaltiger, kühler und schöner zu gestalten. Das Vorhaben ist Teil des kommunalen Klimaanpassungsprogramms und zeigt beispielhaft, wie Bildung, Umweltbewusstsein und Stadtentwicklung zusammenwirken können. Fünf neue große Bäume, rund 370 Quadratmeter entsiegelte Fläche und zusätzliche Sitz- und Aufenthaltsbereiche schaffen eine Atmosphäre, die zum Lernen, Verweilen und Begegnen einlädt.

Doch die Anne-Frank-Realschule geht weit über den baulichen Aspekt hinaus: Die Begrünung wird aktiv in den Unterricht integriert. Lehrkräfte und Schüler:innen nutzen die neuen Freiflächen als Outdoor-Lernorte – zum Beispiel für Biologie, Erdkunde, Physik oder Projektarbeit. Statt nur über Ökologie zu sprechen, erleben die Jugendlichen sie hautnah. Sie messen Bodentemperaturen, dokumentieren das Wachstum der Bäume oder untersuchen, wie sich mehr Grün auf das Mikroklima auswirkt.

So wird der Schulhof zu einem echten Klassenzimmer im Freien. Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur Fakten, sondern erfahren unmittelbar, wie Klimaschutz funktioniert und warum nachhaltige Stadtgestaltung wichtig ist. Auch das soziale Lernen profitiert: In der Planung und Gestaltung der neuen Flächen durften die Jugendlichen eigene Ideen einbringen. Sie entschieden mit, wo Sitzinseln entstehen, welche Pflanzen gepflanzt werden und wie die Bereiche genutzt werden sollen. Das stärkt Selbstwirksamkeit und Verantwortungsbewusstsein – zwei Grundpfeiler moderner Bildung.

Parallel dazu verknüpft die Anne-Frank-Realschule das Projekt mit ihrem MINT-Profil, also mit dem Unterricht in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Messungen zur Bodenfeuchtigkeit oder zur Luftqualität werden mit digitalen Sensoren erfasst und in Tabellen ausgewertet. So treffen praktisches Arbeiten und digitales Lernen aufeinander. Auch künstlerische Projekte begleiten die Umgestaltung: Klassen gestalten Hinweisschilder, Info-Plakate oder kleine Kunstobjekte, die Natur, Nachhaltigkeit und das Wir-Gefühl der Schule symbolisieren.

Für Schulleitung und Kollegium ist das Projekt mehr als eine Schönheitskur: Es ist Teil einer Haltung. Die Anne-Frank-Realschule versteht sich als lernende Gemeinschaft, die Zukunftsthemen ernst nimmt und im Schulalltag verankert. Dazu gehören regelmäßige Projekttage zu Nachhaltigkeit, Workshops zu Ernährung und Umwelt sowie Kooperationen mit lokalen Akteuren wie dem städtischen Bereich Umwelt, Klima und Ressourcenschutz.

Auch für die Stadt Oberhausen ist das Vorhaben ein Gewinn. Entsiegelte und begrünte Schulhöfe verbessern nicht nur das Klima und die Aufenthaltsqualität, sondern dienen als Pilotbeispiel für andere Schulen. Die Anne-Frank-Realschule zeigt damit, wie Umweltschutz, Bildung und Stadtentwicklung Hand in Hand gehen können.

Und ganz im Sinne ihrer Namensgeberin beweist sie dabei Mut und Haltung: Sie nimmt Verantwortung wahr – für ihre Schülerinnen und Schüler, für die Stadt und für die Zukunft.

👉 Mehr Informationen: http://www.afr-ob.de/

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